Adveniat Partnerprojekt

Bischöfliche Aktion Adveniat

Der heilige Nikolaus ist der Freund und Helfer von Kindern und Jugendlichen. Besonders notleidenden Menschen hat Bischof Nikolaus geholfen, so erzählen es die Legenden.

 

Als Nikolausaktion unterstützen wir heute das Projekt "Zukunft Amazonas" von unserem Kooeprationspartner Adveniat mit einem Teil der Erlöse aus dem Verkauf der Schokonikolause.

Friederike Peters ist Adveniat Aktionsgast 2016

Für die Rechte der Indigenen

 

Das Adveniat-Jahresthema „Bedrohte Schöpfung – bedrohte Völker“ ist für die „Naporuna“, die „Menschen vom Napo“, im Nordosten Ecuadors dramatische Realität. Dort, im Apostolischen Vikariat Aguarico, hat Friederike Peters sieben Jahre als Religionspädagogin und Entwicklungs-soziologin mit ihnen gearbeitet.

 

150 Kilometer von einem Ende bis zum anderen: Nuevo Rocafuerte ist eine Gemeinde im Amazonasbecken von Ecuador, aber mit unseren deutschen Vorstellungen von einer Gemeinde hat das wenig zu tun. Dort gibt es kein Strassennetz. Der Rio Napo ist die Hauptverkehrsader. Wer sich hier fortbewegen will, fährt Boot. Entlang des Flusses war Friederike Peters, unterstützt vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, als Gemeindereferentin für verschiedene Aufgaben in 11 von insgesamt 29 indigene Gemeinschaften der „Naporuna“ zuständig – der „Menschen vom Napo“, wie sie sich selbst nennen. Friederike Peters kam 1994 mit der Schweizer Bethlehem Mission Immensee nach Ecuador, seit 2009 war sie als Gemeindereferentin in Nuevo Rocafuerte tätig und hat von dort aus außerdem eine Fernschule für die indigene Gemeinden mitkoordiniert.

Das Erdöl bestimmt das Leben der Menschen in der Region. Hier lagern die größten nationalen Erdölvorkommen und der Staat vergibt immer wieder neue Förderlizenzen. Die indigenen Gemeinschaften kämpfen um ein Mitspracherecht und um Entschädigungen – denn das Land, auf dem sie leben, gehört ihnen. Die Ressourcen im Boden hingegen gehören dem Staat.

 

Oft seien die verabredeten Entschädigungspreise pro Hektar lächerlich niedrig gewesen, erzählt Friederike Peters. In vielen Fällen hätten die Firmen den Indigenen juristisch ausgefeilte Verträge vorgelegt, deren Tragweite und Fallstricke keiner so recht abzusehen vermochte. Vereinbarte Entschädigungsleistungen werden oft weder gezahlt noch in Form Uferbefestigungen, Stromgeneratoren oder anderweitig abgegolten. Sinkt der Weltmarktpreis für Erdöl, macht das den Menschen zu schaffen: Die Ölfirmen und deren Subunternehmer kündigen viele Jobs, oftmals bleiben sie den Arbeitern Löhne und den Gemeinden vereinbarte Gelder schuldig.

 

Friederike Peters' Hauptaufgabe war die Bewusstseinsbildung: Aufklärung der Menschen über ihre Rechte, Bildungsangebote, Katechetenausbildung. „Wir alle sind Geschöpfe Gottes“, sagt sie, „auch die Ärmsten und Ausgeschlossenen. Auch die Indígenas haben eine Würde, wenngleich sie oftmals mit Füßen getreten wird.“ Als Gast bei der Eröffnung der Adveniat-Weihnachtsaktion im November will sie davon erzählen. Das Leitwort „Bedrohte Schöpfung – bedrohte Völker“ ist für die Menschen vom Napo dramatische Realität.