Eingeschlossen auf der Kegelbahn

Hans-Gerd Großbach ist ehrenamtlicher Nikolaus aus Bergisch Gladbach.

Hans-Gerd Großbach (66) ist seit 40 Jahren überzeugter Nikolaus. Als Nikolaus besucht er Sport-, Jugend- und Gesangsvereine, Kindergärten, Schulen und natürlich private Familienfeiern.

 

Für Großbach war der der heilige Nikolaus schon in der Kindheit etwas Besonderes an dem er viel Freude hatte und so war es selbstverständlich, dass er als junger Erwachsener zum ersten Mal selber zum Nikolausdarsteller wurde. Großbach hat in seiner Nikolauskarriere viel erlebt und er weiß zu erzählen: „Besonders bei den heutzutage oft alleine, ohne Geschwister aufwachsenden Kindern kann der heilige Nikolaus das Glück des Teilens und Schenkens vermitteln.“ 

 

Damit der Besuch des heiligen Nikolaus zu einem schönen Erlebnis wird und die Werte des Schenkens und des Teilens weitergetragen werden empfiehlt er allen neuen Nikolausdarstellern folgendes: „Schaut Euch viele Nikolausdarsteller an und merkt euch die Worte und Gesten, die euch gut gefallen. Besucht die Nikolausschule und bereitet euch immer gut mit den Veranstaltern vor. Lest die Nikolausgeschichte in ihren vielen Varianten.“ 

 

Zu einer der wichtigsten Lektionen eines Nikolausdarstellers gehören dann aber wohl eine große Portion Geduld und das Improvisationstalent. Das gerade der Nikolaus auch einmal geduldig warten muss hat uns Großbach in seiner besten Geschichte als Nikolausdarsteller erzählt:

 

Der Nikolaus auf der Kegelbahn

„Für eine Nikolausfeier sollte ich mich auf der im Keller befindlichen Kegelbahn umziehen. Diese hatte ausschließlich eine einzige Türe und diese ging nach außen auf (aus der Kegelbahn heraus in den Hausflur). Als ich mit dem Um- und Ankleiden und sonstigen Vorbereitungen fertig war, wollte ich den Kegelbahnraum verlassen, was mir jedoch nicht gelang, da ich die Türe nicht öffnen konnte. Da auch kein Fenster oder Notausgang vorhanden war und mein Klopfen und Rufen nicht erhört wurde (Handys gab es zu dieser Zeit noch nicht), setzte ich mich andachtsvoll hin und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Erst als man in der Festgesellschaft feststellte, dass es doch wohl etwas zu lange dauerte, bis der Nikolaus erschien, schickte man jemanden, um nach dem Nikolaus Ausschau zu halten. Der bekam jedoch anfangs auch nicht die Türe zur Kegelbahn auf, bis er mit Erstaunen feststellen musste, dass jemand von außen einen dicken Holzkeil unter die Türe geschlagen hatte. Sicherlich war jemand der Übeltäter, der einiges vom Nikolaus erwartet hatte, was ihm geschadet hätte. Leider ließ sich auch durch intensives Nachfragen bei den Veranstaltungsteilnehmer nie ein "Täter" ermitteln, obwohl der Nikolaus einen ganz bestimmten Verdacht hatte.

Der Bischof Nikolaus hat zwar die Gabe, viele Geheimnisse zu kennen, doch in diesem Fall blieb der Übeltäter unerkannt. Vielleicht kommt irgendwann mal jemand auf mich zu, längst erwachsen und selbst Vater nikolausafiener Kinder und beichtet mir sein Geheimnis. Warten wir es ab!“

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